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Nachdem Djalu bei uns eingezogen war, war das Haus voller Leben… Sie wuselte überall herum, wollte ständig Action und ging nach kurzer Zeit den beiden älteren Katzen mit ihrem Spieltrieb etwas auf Nerven. Da wir beide berufstätig sind, konnten auch wir uns nur morgens und abends mit der Kleinen beschäftigen, aber das reichte ihr einfach nicht aus… Also sollte noch eine Spielgefährtin bei uns einziehen, Cheyenne.
Cheyenne haben wir von einem Hobbyzüchter. Schon lange hatte ich mich in die Rasse Bengal verliebt, aber immer mit mir gekämpft, einen so hohen Preis für ein Tier auszugeben. Wie vielen anderen Tieren kann man damit helfen, die in Not sind… Da Bengalkatzen sehr aktive Tiere sind, passte Cheyenne wohl recht gut zu Djalu, denn die beiden sollten sich ja anfreunden und gemeinsam das Haus auf den Kopf stellen.
Der Züchter versprach uns, dass Cheyenne superzahm und verschmust ist, sich gut mit anderen Katzen versteht und unproblematisch ist. Also haben wir sie mitgenommen… Ein wenig blauäugig, wie sich herausstellte… Sie war alles andere, nur nicht zahm und verträglich und zeigte eher den Charakter einer Wildkatze. Anfangs war sie sogar so aggressiv, dass wir sie von den anderen Tieren trennen mussten, um Verletzungen zu vermeiden und das über 5 Wochen. Alles hat sie spuckend und fauchend angegriffen, sogar unseren Kater, den ehemaligen Wildling. Wir waren da natürlich auch keine Ausnahme. Jeder Versuch, die Tiere zusammen zu führen scheiterte in der ersten Zeit. Nur Djalu schien nicht aufzugeben und wollte immer wieder zu Cheyenne. Schließlich hat sie es auch geschafft, dass Cheyenne sie akzeptiert hat und sie wurden bald ein Herz und eine Seele. Wenigstens dieser Wunsch erfüllte sich, dass die beiden Spielgefährten wurden.
Unsere Telefonate mit dem Züchter wurden immer nach kurzer Zeit dadurch beendet, dass er den Hörer auflegte. Immerhin haben wir im Nachhinein erfahren, dass Cheyenne in den ersten 12 Wochen ihres Lebens fast keinen Menschenkontakt hatte, mit rohem Fleisch gefüttert wurde, eine „F4“ ist und aus einer Käfighaltung stammt. Bei unserem Besuch wurde das nicht erwähnt…
Die Bengal ist eine noch junge Rasse bei der der ALC (Asian Leopard Cat), ein kleiner asiatischer Leopard mit zahmen Hauskatzen und anderen domestizierten Rassekatzen gekreuzt wurde. „F4“ bedeutet, dass der Urgroßopa von Cheyenne ein solcher Leopard war. Kein Wunder also, dass die kleine Maus bei ihren Erfahrungen in den ersten 3 Monaten wieder ins Wilde zurückgeschlagen ist.
Sie kommt zwar, wenn sie gerufen wird, man kann sich ihr auch nähern bis auf ca. einen halben Meter, aber anfassen lässt sie sich nicht. Nur, wenn sie gefüttert wird kann man mal kurz über ihr fantastisch weiches, seidiges Fell streicheln…
Sie hat immer noch panische Angst vor Händen und ich glaube inzwischen nicht mehr, dass sie noch zahm wird, sie ist ja jetzt schon fast ein Jahr alt…
Ich kann nur jedem raten, der eine Rassekatze zu sich nehmen will den Züchter genau zu prüfen und mit anderen Züchtern zu vergleichen. Unbedingt sollte man darauf achten, dass die Tiere Papiere haben, denn dann ist der Züchter einem Zuchtverband angeschlossen und muss bestimmte Richtlinien erfüllen. So ein Fiasko, wie wir erlebt haben, wünsche ich wirklich niemandem…
Sie liebt Wizard und Djalu, mit Gina gibt es immer noch heftige Auseinandersetzungen, vor allem, wenn gefüttert wird, aber es gibt keine Verletzungen. Wenn Du nur wüsstest, was Du verpasst in Deinem Leben, kleine Cheyenne, Du Unnahbare…
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