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Gina, die Sanfte

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Gina ist meine erste eigene Katze und es gibt eigentlich nichts spektakuläres über sie zu berichten. Sie ist absolut unkompliziert, lieb und umgänglich. Ganz so, wie man sich eine Katze wünscht.

Als ich mich entschloss eine Katze anzuschaffen, lebte ich in einer kleinen Wohnung im ersten Stock mit Balkon. Alle notwendigen Utensilien hatte ich mir schon vorher besorgt und dann eifrig nach einem Kätzchen gesucht. In den Tierheimen und bei den Tierschutzvereinen in der Umgebung waren zu der Zeit nur ältere Tiere zu haben, ich wollte aber unbedingt ein junges Tier, weil ich noch keine große Erfahrung mit Katzen hatte. Also fuhr ich auf eine Zeitungsannonce hin zu einer Familie, die einen Wurf kleiner Katzen abzugeben hatte. Als ich die winzigen Fellknäuel sah, verliebte ich mich sofort in Gina. Sie war aufmerksam, kam auf mich zu, um an mir zu schnuppern und maunzte mich an.

Auf den zweiten Blick sah ich erst, dass sie voller Flöhe war und Wurmlarven an ihrem Popo klebten, sie hatte auch einen ganz dicken Bauch voll Würmern. Ansonsten machte sie aber einen gesunden, munteren Eindruck. Sie war erst ca. 5-6 Wochen alt, aber angeblich schon entwöhnt und würde schon selbstständig fressen, sagte man mir.

Ich habe Gina mitgenommen, obwohl sie augenscheinlich nicht gesund war. Der Familie habe darüber schon meine Meinung gesagt, auch dass es viel zu früh ist, die Kitten in dem Alter abzugeben, aber so richtig überzeugt habe ich die Leute nicht. Aber Gina tat mir so leid mit ihrem Ungeziefer und hatte sich doch offensichtlich für mich als neuen Dosenöffner entschieden.

Jetzt war also Gina bei mir eingezogen. Erst einmal hat sie geschlafen, als wir ankamen, dann wurde die Wohnung inspiziert und das Katzenklo benutzt. Es stellte sich heraus, dass die Kleine nicht entwöhnt war, weder klettern noch irgendwo hochspringen konnte, dass sie noch gar nicht ihre Körperwärme halten konnte und manchmal das Bett mit dem Katzenklo vertauschte. Aber das habe ich irgendwie in den Griff bekommen und ihr so gut es ging beigebracht. Sie entwickelte sich prächtig, lernte schnell was erlaubt und verboten ist und wuchs und wuchs.

Gina ist bisher nur einmal sehr krank gewesen. Mit ca. 8 Monaten habe ich sie kastrieren lassen und dabei muss sie sich in der Tierarztpraxis etwas eingefangen haben. Nach der Kastration erholte sie sich nicht, sondern baute immer mehr ab. Jeden Tag bin ich mit ihr zum Tierarzt gefahren, sie hat dort Spritzen bekommen, aber eine Besserung ist nicht eingetreten. Alle Organe waren entzündet, sie hat nur noch erbrochen, nichts mehr gefressen und getrunken und war zum Schluss völlig ausgetrocknet. Dann habe ich den TA gewechselt, weil ich befürchtete, dass sie mir sterben würde. Der neue TA hat sie gleich dabehalten und an den Tropf gehängt. 5 Tage ist sie dort ganztägig in Behandlung gewesen und hat um ihr Leben gekämpft. Als ich sie wieder bekam, war sie fast wieder wie immer. Was ich mir heute noch vorwerfe ist, dass ich nicht schon früher eine zweite Meinung bei einem andern TA eingeholt habe, sicherlich hätte ich der kleinen Maus viel Leid und Schmerzen ersparen können. Ich habe damals Unsummen beim TA gelassen, aber das war mir egal, ich wollte nur, dass meine kleine Gina wieder gesund wird.

Sie ist jetzt 6 Jahre alt und einfach nur lieb und süß. Immer ruhig, sanft, anhänglich, macht keine Dummheiten und hat eigentlich das Gemüt eines Meerschweinchens. Gina, meine große Liebe, meine Königin…