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Streuner
Streunerkatzen sind verwilderte Hauskatzen, sie haben keinen Besitzer, sind heimatlos, werden gejagt, verscheucht, erschossen, überfahren, vergiftet. Oftmals hatten sie ein Zuhause, haben sich bei einem Spaziergang verirrt, sind ausgesetzt worden, weil sie lästig wurden. Katzen folgen ihrem Instinkt, der sich kaum von dem einer Wildkatze unterscheidet. Verlieren die Tiere ihr Zuhause und leben nur noch in der freien Natur, werden diese Instinkte wieder erweckt und so kann eine vorher sehr zahme, verschmuste Katze im Laufe ihres Lebens, das bis zu 20 Jahre dauern kann, wieder völlig scheu und wild werden.
Ein Leben in Freiheit, das ist doch ein schönes Leben, denkt ihr? Es ist wirklich alles andere…
Die Streuner haben meistens ein schlimmes Schicksal hinter sich und versuchen sich nun mit der Situation draußen zurecht zu finden. Sie meiden den Menschen, weil sie oft schlechten Erfahrungen gemacht haben. Die meisten sind nicht kastriert und damit ist das herrschende Elend vorprogrammiert, das viele Menschen gar nicht bemerken, weil die Tiere so scheu sind, aber jedes Jahr schlimmer wird.
Die Katzen werden bei Krankheiten oder Verletzungen nicht ärztlich versorgt, leben in stillgelegten Fabrikhallen, verfallenen Häusern, Gartenlauben, an Kliniken, auf Friedhöfen, um wenigstens etwas Schutz vor der Witterung zu haben. Sie suchen in der Dämmerung nach Futter, finden höchstens mal irgendwelche Essensreste oder fangen selber eine Maus und hoffen, dass sich jemand um sie kümmert. Sie sind ausgemergelt und abgemagert, der beste Nährboden für Krankheiten und Seuchen. Parasiten besiedeln sie, weil sie so schwach sind. Trotzdem werfen die Katzen zweimal im Jahr jeweils bis zu 6 Junge. Das schwächt die Tiere völlig bei den Bedingungen, unter denen sie leben. Die weiblichen Katzen können schon mit 5 Monaten geschlechtsreif und dann natürlich auch trächtig werden. Die Jungtiere sterben oft jämmerlich an Unterernährung und Krankheiten, vielleicht kommen nur 2 der 6 Jungtiere eines Wurfes durch…
Jedes Jahr zur Urlaubszeit gibt es wahre Invasionen von ausgesetzten Tieren, die alle irgendwo nach Unterschlupf und Nahrung suchen. Dass es nicht alle schaffen, ist wohl jedem verständlich…
Eine entscheidende Hilfe für die Streuner ist die Kastration, damit es nicht noch mehr werden und dass man für die Tiere Futterstellen einrichtet, wo sie regelmäßig Nahrung finden. Das ist natürlich mit Aufwand und Kosten verbunden, die fast ausschließlich von privaten Tierschutzvereinen und Privatpersonen getragen werden…
Die Städte und Gemeinden nehmen sich dieses Problems leider in den seltensten Fällen an, da es sich ja um „Wildtiere“ handelt. Die Tierheime verweigern sogar oftmals die Aufnahme von verwilderten Katzen, weil es sowieso keinerlei Vermittlungschancen gibt.
Bitte seht nicht weg, wenn ihr eine verwilderte Hauskatze findet, auch wenn sie noch so verwahrlost aussieht. Bitte stellt ihr etwas Futter hin und lasst sie nicht länger leiden. Meldet ein solches Tier beim ansässigen Tierschutzverein, damit dieser ggf. die Katze fangen und kastrieren lassen kann. Bitte erklärt euch bereit, das Tier danach weiter zu versorgen und euch ggf. an den entstehenden Kosten zu beteiligen. Bitte…
Der Mensch allein hat dieses Elend zu verantworten, der Mensch allein kann dieses Elend mildern…
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